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Grundlagen 6 Min. Lesezeit

Prompts schreiben, die im Berufsalltag wirklich helfen

Vergiss die magische Formel. Gute Prompts folgen ein paar einfachen Prinzipien — diese fünf reichen für 90 % der Fälle.

Es gibt keine geheime Zauberformel für gute Prompts. Es gibt nur ein paar Prinzipien, die fast immer funktionieren - und die du dir in fünf Minuten merkst.

Warum die meisten Prompts enttäuschen

Die meisten enttäuschenden Ergebnisse haben dieselbe Ursache: Die Frage war zu vage. „Schreib mir was zu unserem Produkt” kann alles bedeuten - also bekommst du auch irgendwas. Die KI kann nicht wissen, was in deinem Kopf ist. Je klarer du beschreibst, was du willst, desto besser wird die Antwort.

Ein Prompt ist keine Suchanfrage - er ist eine Arbeitsanweisung an eine sehr schnelle, sehr willige, aber völlig ahnungslose neue Kollegin.

Stell dir vor, du gibst einer neuen Kollegin am ersten Tag eine Aufgabe. Du würdest ihr sagen, worum es geht, für wen das Ergebnis ist und wie es aussehen soll. Genau das braucht auch die KI.

Die fünf Prinzipien

  • Gib eine Rolle. „Du bist eine erfahrene Lektorin” verändert den Ton sofort.
  • Nenne das Ziel. Wofür brauchst du das Ergebnis? Eine E-Mail, ein Protokoll, ein Entwurf?
  • Liefere Kontext. Beispiele und Hintergrund sind Gold wert.
  • Sag, wie das Format aussehen soll. Stichpunkte, Tabelle, drei Sätze.
  • Frag nach. Das erste Ergebnis ist ein Entwurf, kein Endprodukt.

Gut zu wissen

Du musst nicht alle fünf Prinzipien in jeden Prompt packen. Schon zwei davon - Ziel und Format - heben die Qualität spürbar. Die anderen kommen dazu, wenn das Ergebnis noch nicht passt.

Vorher-nachher: ein Beispiel

Beispiel

Vorher: „Schreib eine Antwort auf diese E-Mail."
Nachher: „Du bist meine Assistenz. Schreib eine freundliche, knappe Antwort auf die E-Mail unten: Wir sagen den Termin am Donnerstag zu, bitten aber um Verschiebung auf 14 Uhr. Maximal fünf Sätze, per Sie, ohne Floskeln."

Der zweite Prompt dauert dreißig Sekunden länger - und spart dir zwei Korrekturrunden. Diese Rechnung geht fast immer auf.

Achtung

Prüfe das Ergebnis, bevor du es verschickst - besonders Namen, Zahlen und Zusagen. Die KI formuliert selbstbewusst, auch wenn sie danebenliegt. Verantwortlich bleibst du.

Probier es gleich aus

Nimm eine echte Aufgabe, die du diese Woche ohnehin erledigen musst - nichts überzeugt mehr als das erste Mal, in dem es spürbar Zeit spart. Diese Vorlage kannst du direkt kopieren und anpassen:

Prompt zum Kopieren
Du bist [Rolle, z. B. eine erfahrene Projektassistenz].
Ich brauche [Ergebnis, z. B. eine Antwort-E-Mail] für [Zweck/Empfänger].
Kontext: [2-3 Sätze Hintergrund oder den Ausgangstext einfügen].
Format: [z. B. maximal fünf Sätze, per Sie, ohne Floskeln].

Und bevor du deinen nächsten Prompt abschickst, geh kurz diese Liste durch:

  • Habe ich gesagt, wofür ich das Ergebnis brauche?
  • Weiß die KI, wie das Format aussehen soll?
  • Habe ich Kontext oder ein Beispiel mitgegeben?
  • Bin ich bereit, einmal nachzufragen statt neu anzufangen?

Für dich übersetzt

Nimm dir zwei Minuten und beantworte diese Fragen für deinen eigenen Alltag:

  1. Welche Aufgabe hat dich diese Woche am meisten Zeit gekostet - und war eigentlich Routinearbeit?
  2. Wie würde dein Prompt dafür aussehen? (Rolle, Ziel, Kontext, Format)
  3. Speichere den Prompt, wenn er funktioniert - das ist der Anfang deiner persönlichen Sammlung.